Was ist Prana

(Quelle: www.satyananda-yoga.de)

Das Ziel aller yogischen und anderer spirituellen Übungen ist es, die große kosmische Kraft – Kundalini Shakti – freizusetzen. Sie liegt dreieinhalb Mal zusammengerollt im Mooladhara Cakra. Der Erwachungsvorgang von dieser Kraft oder auch Prana wird in den Schriften so beschrieben:
„Der Flug eines Vogels, der sich von der Erde zum Himmel erstreckt, mit einem goldenen Band festgehalten.“

Die Erde ist Mooladhara Cakra, der Himmel ist Ajna Cakra, der Vogel ist Maha Prana und das goldene Band ist Sushumna Nadi, das sich durch die Mitte der Wirbelsäule bewegt. Durch Manipulieren, Speichern und Ausdehnen von Prana innerhalb des Körpers ist es möglich, die schlafende Prana Shakti zu erwecken. Das ist der eigentliche Sinn der yogischen Wissenschaften von Pranayama (Ausdehnung der Dimensionen von prana), und Prana Vidya (das Wissen über Prana).

Kundalini Shakti (makrokosmische Energie)
In den Upanishaden heißt es: „Ein Mensch mag Ohren, Augen und alle Fähigkeiten und Teile des Körpers besitzen, solange er jedoch kein Mahaprana hat, gibt es kein Bewußtsein.“ Prana ist sowohl makrokosmisch als auch mikrokosmisch und ist die Essenz allen Lebens. Mahaprana (der große prana) ist die kosmische, universale, alles umfassende Energie, dessen Gehalt wir mit dem Atem aufnehmen. Laut Paramahamsaji: „Du kannst makrokosmisches prana nicht empfangen, nicht darüber sprechen, und selbst, wenn ich es könnte, würdest du es nicht begreifen.“ Die unterschiedlichen Pranaströme im Körper – Prana, Apana, Samana, Udana und Vyana – sind sowohl Teil des Mahaprana als auch von ihm getrennt.

Die kosmische Manifestation von Prana oder Mahaprana im individuellen Körper wird durch Kundalini dargestellt. Die gesamte kosmische Erfahrung vom Schöpfungsmoment bis zur Auflösung liegt eingebettet in den Windungen von Kundalini. Sie wird auch Atma Shakti oder universale Energie genannt. In der ganzen belebten Schöpfung wird das göttliche Bewußtsein zuerst in Prana oder Energie umgewandelt, und da Kundalini das Auffangbecken für diese unglaubliche Menge von Prana ist, kennt man sie auch als Prana Shakti.

Das Wort Kundalini kommt von dem Begriff kunda, was Höhle oder Grube bedeutet. Kundalini ist die der Materie von Mooladhara Cakra innewohnende Energie. Dieses ruhende Zentrum liegt im Perineum im männlichen und am Muttermund im weiblichen Körper. Wenn das gesamte Potential dieser Energie freigesetzt ist, bewegt es sich durch das Zentralnervensystem im physischen Körper – durch Sushumna Nadi – in den pranischen Körper.

Im Allgemeinen ist Prana Shakti jedoch nur teilweise aus Mooloadhara Cakra freigesetzt, und zwar durch die Verbindungswege der Nadis Ida und Pingala. Diese beiden können nur Energie mit niedriger Voltzahl leiten. Durch sie wird zwar Geist und Körper vitalisiert, aber nicht im gesamten Umfang. Nur die gesamte Kraft von Kundalini Shakti / Prana Shakti / Atma Shakti kann alle bewußten und vitalen Funktionen erwecken. Pingala Nadi leitet auch Prana Shakti, wir sollten jedoch die zwei verschiedenen Bedeutungen von Prana Shakti berücksichtigen. Auf einer Ebene ist es para (makrokosmisch) in der Form von Kundalini Shakti; auf der anderen ist es pinda (mikrokosmisch) in der Form von Prana Shakti, die durch Pingala geleitet wird.

Prana Shakti (mikrokosmische Energie)
Prana Shakti manifestiert sich auch als sechs Hauptzentren oder Cakras (Speicher für Prana), die sich in der Wirbelsäule befinden. Das unterste Cakra des Energiekreislaufes ist Mooladhara. Das nächste Cakra, Swadhishthana, befindet sich etwa zwei Finger breit über Mooladhara und korrespondiert mit dem Sakralgeflecht. Darüber, hinter dem Nabel, liegt Manipura, es gehört zum Solar Plexus. In der Wirbelsäule hinter dem Herzen befindet sich Anahata Cakra. Es hat Verbindung zum Cardiac Plexus. In der Mitte des Nackens befindet sich Vishuddhi Cakra, das mit dem Zervical Plexus korrespondiert. Am oberen Ende der Wirbelsäule, am Punkt der Medulla Oblongata, ist das Ajna Cakra, das mit der Zirbeldrüse im physischen Körper verbunden ist.

Um die Funktionen des Körpers zu steuern, manifestiert sich Prana Shakti außerdem in den fünf großen prana vayus, bekannt als prana, apana, samana, udana, vyana. Laut der Upanishaden nennt man prana vayu auch das Einatmen, apana das Ausatmen, Samana den Mittelatem und udana den aufwärtsstrebenden Atem. Vyana ist der alles durchziehende Atem. Prana vayu ist Einatmen, apana Ausatmen, samana die Zeit zwischen den beiden und udana die Ausdehnung von Samana. Jedes der vayus ist miteinander verbunden.

In der Chandogya Upanishad wird gefragt: „Wovon werden Körper und Sinne und die Seele getragen? Von Prana. Wovon wird Prana getragen? Von Apana. Wovon wird Apana getragen? Von Vyana. Wovon wird Vyana getragen? Von Samana.“

Aufgrund dieser fünffachen Pranabewegungen werden die fünf kleineren oder upapranas gebildet. Sie heißen: koorma – blinzeln, Krikara – Hunger, Durst, Niesen und Husten, Devadatta – Schlaf und Gähnen, naga – Schluckauf und Rülpsen und Dhananjaya, der bis kurz nach dem Tod verweilt. Diese zehn pranas zusammen kontrollieren alle Körperabläufe.

Die Notwendigkeit von Prana
Von den fünf vayus haben prana und apana einen besonders wichtigen Einfluß. Prana ist die hineinziehende Kraft, von der es heißt, daß sie ein Energiefeld erzeugt, daß sich vom Nabel zum Hals aufwärts bewegt. Apana ist die nach außen drängende Kraft, von der es heißt, daß sie ein Energiefeld erzeugt, daß nach unten vom Nabel zum Anus drängt. Beide, prana und apana, bewegen sich im Körper spontan, können jedoch durch tantrische und yogische Übungen gelenkt werden. In den Upanishaden wird gesagt, daß man eine Methode anwenden sollte, mit der die voneinander weg strebenden Kräfte prana und apana umgekehrt werden, so daß sie sich in samana, dem Nabelzentrum, vereinen. Das wird zur Erweckung von Kundalini führen.

Im Moment, wenn prana das Körperbewußtsein gänzlich losläßt, verläßt das Selbst den Körper, denn Prana und Bewußtsein sind die beiden Pole der einen Quelle – dem Selbst

In der Prashnopanishad heißt es: „Dieses Prana ist aus dem Selbst geboren. So, wie es einen Schatten gibt, wenn ein Mensch da ist, so ist dieser prana auf das Selbst fixiert…“ (3 : 3) Im Tod, wenn der Atem aufhört und prana geht, gibt es keine Kraft mehr, die den Körper zusammenhält, und damit löst sich der Körper auf. Deshalb werden Atem und Prana in der Brihadaranyaka Upanishad mit einem Faden verglichen: „Wahrlich, diese Welt und alle Wesen werden von Luft wie von einem Faden zusammen gehalten. Deshalb sagt man wenn jemand stirbt, daß seine Gliedmaße sich auflösen, weil sie wie ein Faden von Luft zusammengehalten werden.“ Solange prana bleibt, kann der Körper nicht sterben.

Vom Moment der Empfängnis bis zum vierten Monat lebt der Fötus ausschließlich vom prana der Mutter, und das ähnelt einem Geschwür im Mutterleib. Nach dem vierten Monat tritt prana in den Fötus ein und damit beginnt das individuelle Leben. Wenn die individuellen Pranas anfangen sich zu bewegen, werden die individuellen Körperfunktionen aktiv. Der Prana des Kindes wird jedoch erst mit der Geburt und dem ersten Atemzug völlig unabhängig.

Ohne prana wären wir zerfallene Leichen, könnten nicht sehen, hören, uns bewegen usw.

In der Prashnopanishad gibt es eine hübsche Parabel dafür: „Die Gottheiten (des Körpers) sind Äther, Luft, Feuer, Wasser und Erde, Sprache, Geist, Auge und Ohr. Als sie ihre eigene Herrlichkeit sahen, wurden sie überheblich – ‚Wir sind die Regenten des Körpers, denn wir tragen ihn‘. Prana, der Chef von ihnen, sagte jedoch: ‚Betrügt euch nicht selbst. Es bin ich allein, der den Körper trägt und intakt hält, indem ich mich fünffach aufteile.‘ Die anderen Gottheiten glaubten das nicht. In einem Anflug von Zorn zog Prana sich aus dem Körper zurück. Die Gottheiten mußten erkennen, daß sie mit ihm den Körper verließen und zurückkehrten, nachdem Prana den Körper wieder betrat. Wie Bienen ihren Bienenstock verlassen, wenn ihre Königin ihn verläßt, so verhielten sich auch die Gottheiten. Von nun an verehrten die Gottheiten Prana.“

Mulidimensionale Energie
Prana oder die faßbare Erscheinung des Höheren Selbst fließt durch verschiedene Energiewege im Körper. Die drei wichtigsten Wege pranischer Energie sind ida nadi, pingala nadi, sushumna nadi. Sie befinden sich entlang der Wirbelsäule. Ida und Pingala Nadi winden sich in drei Dimensionen um Sushumna, wie eine Wendeltreppe. Sich damit eng vertraut zu machen, hilft beim Verstehen der innewohnenden multidimensionalen Energie des Menschen, nämlich prana.

Ida und Pingala sind Ströme geladener Ionen, die einen Einfluß auf den Fluß von Prana ausüben können. Ida Nadi ist ein negativ geladener Pranafluß und Pingala ist ein positiv geladener Pranafluß. Die Konsequenz ist, daß sie wahrscheinlich bei Entladung alle Dimensionen des Bewußtseins dessen, der auf sie meditiert, beeinflussen. In der Tat glauben einige Wissenschaftler, daß die psychischen Zentren oder Cakras im Körper im Grunde genommen nichts anderes sind als Bereiche immenser Ausstrahlung, verursacht durch an einen Punkt gebundene Ansammlung pranischer Energie. Verschiedene subatomare oder elmentare Teilchen werden dabei freigesetzt.

Prana wurde als eine Art komplexer, multidimensionaler Energie beschrieben, die aus einer Kombination von elektrischer, magnetischer, elektromagnetischer, photonischer, okularer, thermaler und mentaler Energie besteht. Die fünf großen Teile von Prana, die in verschiedenen Teilen des Körpers existieren, weisen unterschiedliche Dichte der ionischen Felder auf. Sie können auch als umherwirbelnde Wolken mit verschiedenen Farben und Schattierungen visualisiert werden. Diese pranischen Wolken sind frei, um sich auszudehnen oder zusammen zu ziehen, mit oder ohne den Einfluß äußerer Faktoren.

Udana hat die geringste Dichte der Pranas, dann kommt prana, samana und apana. Vyana, der durch den ganzen Körper fließt, hat eine Dichte, die der Durchschnittsdichte der anderen entspricht. Die verschiedenen Farben der pranischen oder bioplasmischen Wolken entstehen durch die Emission der Photonen, wenn Elektronen ihren Energielevel von einer höheren zu einer niedrigeren Voltzahl verändern.

Von einigen Wissenschaftlern wird daher angenommen, daß die Natur von Prana wolkenähnlich ist und elektromagnetische Energie trägt. Daraus entstehen elektromagnetische Ausstrahlungen, in denen die wellenförmige elektrische Energie und die wellenförmige magnetische Energie im 90 Grad Winkel zueinander stehen. Daraus ergibt sich das Bild der Spirale.

Diese Ausstrahlungen haben Heilige und Weise aus aller Welt und zu allen Zeiten gesehen, beschrieben und gezeichnet. Vor ca. vier Jahrzehnten wurden sie mit der sogenannten Kirlian Photographie photographiert. Es ist die gleiche Erfahrung, die psychische Heiler machen, wenn bestimmte Kräfte den Körper verlassen und zum Patienten übertragen werden.

Pranayama Kosha
Vor vielen tausend Jahren haben Rishis und Seher gesagt, daß die Pranas nicht im grobstofflichen Körper angesiedelt sind, sondern in einem feineren Körper mit dem Namen Pranamaya Kosha oder pranische Hülle. Diesen Körper haben sie als wolkenähnlich beschrieben, in dem im Inneren eine konstante Aktivität herrscht. Verschiedene Farben werden entsprechend der Nahrung, des Denkens, des Bewußtseinszustandes während der Meditation und der Umgebung ausgestrahlt.

Laut Yoga formt Pranamaya Kosha das feine Netzwerk, durch das Prana fließt. Man nennt ihn auch den pranischen, den ätherischen oder den bioplasmischen Körper. Diesem Energiekörper gibt man die gleiche Form wie dem physischen Körper. Durch verschiedene yogische Techniken, durch Konzentration und Visualisieren, kann man jedoch erreichen, daß er sich ausdehnt und zusammenzieht, besonders mit Prana Vidya. Wenn unsere Wahrnehmung extrem fein auf den pranischen Körper eingestellt wäre, könnten wir einen Lichtkörper sehen, in dem es unzählige, kabelähnliche Strukturen gibt, die Shakti oder Energie leiten. Diese kabelähnliche Struktur sind die Nadis oder Energieströme. Die Shiva Samhita spricht von 350.000 Nadis im Körper, die Prapanchasana Tantra von 300.000 und die Goraksha Satarka von 72.000. Es gibt unendlich viele Nadis in der Struktur des grobstofflichen Körpers, die Bewußtsein und Prana zu jedem Atom leiten.

Dieses pranische Feld wird wegen der Tatsache, daß es ähnlich wie Plasma (geladene Gase), wie es die Plasma Physik lehrt, manchmal Psi Plasma genannt. Es ist ein Dunst geladener Teilchen, die innerlich durch den Geist und äußerlich durch elektrische, magnetische oder elektromagnetische Felder beeinflußt wird.

Dieses Konzept ist für viele ernsthafte Schüler der Plasma Physik, der Metaphysik und der Parapsychologie absolut annehmbar. Auch bei Betrachten der inneren Verbindung von pranischer, mentaler, emotionaler, spiritueller und physischer Energien läßt sich das leicht verstehen. Eine Veränderung innerhalb dieser Energien bringt konsequenterweise eine gleichgeartete Veränderung in den anderen mit sich.

Wegen der Bewegung der pranischen Wolken ist es ganz natürlich, daß die dichteren Wolken dazu neigen, sich in Regionen geringerer Dichte zu bewegen. Das wird wiederum durch die Anziehung für weniger dichte Wolken durch die dichteren gefördert. Auf diese Weise entsteht eine ununterbrochene Aktivität innerhalb der pranischen Regionen. Durch verschiedene yogische Übungen wie Pranayama, Mudras, Bandhas, die Hatha Yoga Shatkarmas und Prana Vidya, wird dieses Vermischen weiter angetrieben. Oft werden diese pranischen Felder gezwungen, zusammen zu kommen, was Hitze oder manchmal auch Kälte im Körper entstehen läßt, oder es führt zu Beschwingtheit, Introvertiertheit, größerem Appetit, feinerer Wahrnehmung von Farben und Klängen, dann nämlich, wenn man Konzentration oder Rückzug der Sinne (Pratyahara) praktiziert. Viele dieser Erfahrungen werden durch Pranayama ausgelöst, was deshalb für absolute Anfänger von Yoga meistens zu stark ist.

Pranische Wirbel
In der ‚Hatha Yoga Pradipika‘ von Swatmarama heißt es: „Nur, wenn alle Nadis und Cakras, die voller Unreinheiten sind, gereinigt sind, kann der Yogi Prana festhalten.“ (V.5, Kap. 2). Um die große Kundalini Shakti zu erwecken, muß der Übende nicht nur die Energiewege (Nadis) reinigen, sondern auch die Quantität und Qualität von Prana erhöhen und speichern. Prana sammelt sich in den sechs großen Zentren entlang der Wirbelsäule. Sie befinden sich im feinstofflichen Körper, korrespondieren jedoch mit den Nervengeflechten im grobstofflichen Körper. Prana Shakti und Manas Shakti sammeln sich in den Cakras und bilden wirbelnde Energiemassen. Jedes Cakra schwingt in einer bestimmten Geschwindigkeit. Die Cakras am untersten Punkt des Energiekreislaufs arbeiten auf niederer Frequenz. Es heißt, daß sie grobstofflicher sind und auch die Bewußtheit dementsprechend ist. Die oberen Cakras des Kreislaufes arbeiten mit höherer Frequenz und sind verantwortlich für feinere Bewußtheit und höhere Intelligenz.

Prana und Bewußtsein
Laut Vedanta gibt es zwei Aspekte im menschlichen Dasein – Prana und Bewußtsein. Prana ist die vitale oder bioplasmische Energie, die von Natur aus universal ist. Bewußtsein ist Wissen. Prana ist der aktive Aspekt und Bewußtsein ist der ruhende Aspekt unseres Seins. Bewußtsein, das Geist-Prinzip, wird Purusha (wörtlich ‚das, was in der Stadt schläft‘) genannt. Prana, das Prinzip der Natur, der Energie und Materie, wird Prakriti (wörtlich ‚Aktivität‘) genannt.

Purusha muß immer in Kooperation und in Einheit mit Prakriti arbeiten. Ohne Prana kann Bewußtsein nicht erschaffen. Es muß eine allem zugrundeliegende Kraft geben, die in die unterschiedlichsten Objekte und Formen umwandelt. Auf höherer Ebene der Erfahrung sind Prana und Bewußtsein eins. Auch auf weltlicher Ebene der Existenz sind sie voneinander abhängig, leben in einer Wechselbeziehung. Tatsächlich sind sie voneinander abhängige Einheiten, die manchmal zusammenfließen und zu anderen Zeiten voneinander getrennt sind. Daher kann Prana vom Bewußtsein und umgekehrt beeinflußt werden.

Wie können wir die Natur unserer Existenz begreifen? Prana können wir begreifen und erfahren, wenn wir die Dimensionen unseres Bewußtseins gründlich studieren. Das ist jedoch ein äußerst schwieriges Vorgehen, weil es voraussetzt, daß wir unsere Bewußtseinsnatur direkt wahrnehmen können. Das aber ist für die meisten Menschen nicht möglich.

Pranayama
Ein leichterer Weg des Begreifens und Verwirklichens von Dimensionen des Bewußtseins ist der, die verschiedenen Aspekte von Prana im Körper durch yogische Techniken wie Pranayama und Prana Vidya zu studieren und zu verwirklichen. Da Prana die Kraft im Atem und im Körper ist, ist dieser Weg der einfachere.

Das Wort Prana ist eine Kombination von zwei Silben, Pra und Na. Sie bedeuten: Beständigkeit, eine Kraft in ständiger Bewegung. Während Prana die vitale Kraft ist, ist Pranayama der Verlauf, in dem der innere pranische Vorrat erhöht wird. Manche Menschen unterteilen das Wort Pranayama in Prana und Yama und bezeichnen es als Atemkontrolle. Das Wort Pranayama ist jedoch aus den beiden Worten Prana und Ayama zusammengesetzt und bedeutet dann: pranische Fähigkeit oder Länge.

Pranayama ist eine Technik, durch die die Quantität von Prana im Körper auf eine höhere Frequenz gebracht wird. Durch Pranayama Übungen wird eine gewisse Größe an Hitze oder kreativer Kraft im ganzen Körper erzeugt, die das vorhandene Quantum an Prana beeinflußt. Dieses Prana bewegt sich dann durch Pingala Nadi zum Ajna Cakra. Wenn genügend Hitze im System erzeugt wurde, überwacht das Ajna Cakra die Verteilung der Botschaft zurück zur Basis von Kundalini und das tatsächliche Erwachen des großen Prana kann beginnen. Die Wissenschaft von Pranayama basiert mit diesem Ziel auf dem Zurückhalten von Prana oder Kumbhaka.

Atemanhalten
Sich der Natur des Atems bewußt zu werden und ihn zurückzuhalten, führt zu Kontrolle über das ganze System. Wenn du den Atem anhältst, sind für diesen Moment Nervenimpulse in verschiedenen Teilen des Körpers eingestellt und Gehirnwellenmuster laufen zusammen. In Pranayama soll die Länge des Atemanhaltens ausgedehnt werden. Je länger der Atem angehalten wird, umso größer ist der Spalt zwischen den Nervenimpulsen und ihrer Erwiderung im Gehirn. Wenn der Atem für eine ausgedehnte Zeit angehalten werden kann, verringert sich die mentale Agitation.

Technisch ausgedrückt und auch laut Patanjali ist Pranayama nur Zurückhalten: „Nach Ausführen von Asana ist Pranayama das Beenden der Bewegung von Ein- und Ausatmen.“ (Sutra 49). Ein- und Ausatmen sind die Methoden, um das Zurückhalten herbeizuführen. Das Anhalten ist extrem wichtig, weil eine längere Zeit der Aufnahme von Prana zur Verfügung steht, und es läßt mehr Zeit für den Austausch von Gasen in den Zellen, wie Sauerstoff und Kohlendioxyd. Durch den Atem sind Prana und Bewußtsein essentiell miteinander verbunden und können mit wissenschaftlichen Methoden voneinander getrennt werden. Dazu dienen yogische Techniken, den Atem anzuhalten.
(Einführung aus: Prana – Pranayama – Prana Vidya von Paramahamsa Niranjanananda)

Prana                         Bewusstsein
Vitalenergie                 Wissen, Mentalenergie
Prakriti                        Purusha
aktiv                           ruhend

Prana Shakti              Chitta oder Manas Shakti
Shiva                          Shakti                (Tantra)
Ida                             Pingala            (Yoga)

Beide Pole müssen im Zustand der Ausgeglichenheit sein.

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